Nachdem ihm die billigeren Amphetaminprodukte unter den aufputschenden Substanzen seit den 30er Jahren den Rang abgelaufen hatten, verbreitete sich Cocain seit den 70er Jahren wieder, zunächst in den USA. Seit Mitte der 80er Jahre erhöhte sich auch in Europa die Nachfrage ständig, vor allem in den 90ern sank zudem der Preis kräftig. Neben seinem Gebrauch zu Genusszwecken und zur Selbstmedikation wird Cocain heute legal als Lokalanästhetikum in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, in der Augenheilkunde und bei plastischen Operationen angewandt.

Einnahme:

  • Oral

    Geschluckt oder ins Zahnfleisch gerieben hält der Coca-Rausch am längsten an. Es kann aber auch am wenigsten Wirkstoff die Blut-Hirn-Schranke passieren, so dass die Effekte vom User als weniger intensiv erlebt werden als bei anderen Einnahmeformen.
  • nasal

    Das Schnupfen von Cocainsalz stellt die meist verbreitete Gebrauchsform dar. Dazu muss das Salz zu möglichst feinem Pulver zerstäubt werden, um die Wirksamkeit der Substanz zu erhöhen. Der Wirkungseintritt erfolgt beim Sniefen nach etwa 5-15 min. und hält ca. 60-90 min. an. Eine übliche Dosierung liegt bei ungefähr 25 mg pro Nase, ist aber je nach Reinheits- und Beimengungsgrad sowie individuellem Bestreben sehr variabel.
    Für das Einziehen durch die Nase sollten scharfkantige Gegenstände (Strohhalme o.ä.) vermieden werden, weil sie die Nasenwände aufreissen können. Besser eignet sich ein Geldschein oder ein Röhrchen mit runden Kanten.
  • inhaliert

    Zwar verbreitet sich das Produzieren von Crack (mit Natriumcarbonat aufgekochtes Cocain) in Europa nur schleppend. Die so genannten "Steine", die beim Rauchen (in einer Metall- oder Wasserpfeife) "knacken" (to crackle), sind aber inzwischen in den offenen Szenen jeder deutschen Grossstadt zu erwerben. Auch Freebasing spielt seit Jahren eine zunehmende Rolle. Dazu wird Cocain mit Ammoniak zusammen aufgekocht bis sich das reine Coca-Alkaloid absetzt. Die somit in einer Pfeife rauchbare Substanz muss aufgrund seiner Flüchtigkeit bald konsumiert werden. Da der Schmelzpunkt von Cocain sehr hoch liegt, eignen sich nur bestimmte Pfeifen (insbesondere Metallpfeifen) zum Basen oder Crackrauchen. Zum Basen kann auch eine Alufolie benutzt werden, dabei geht allerdings viel von der Substanz in die Umgebung verloren. Vor dem nächsten Hit sollte eine Pfeife gründlich von allen Rückständen befreit werden. "Normales" Cocain eingedreht in eine Zigarette ("Cocarette") wirkt ebenso schnell, auf Grund des hohen Schmelzpunktes von Cocain geht allerdings das meiste der Wirksubstanz verloren.
  • i.v.

    Intravenös konsumiert wirkt Cocain noch stärker und schneller als geraucht. Die Wirkung lässt aber auch ebensoviel schneller nach, wie sie eingesetzt hat. Spritzen bringt aufgrund der vielfach höheren Infektionsgefahr das höchste Risiko mit sich. Aufgrund seiner betäubenden Wirkung merkt der User oft zuerst nicht, wenn die Vene nicht getroffen wurde. Zudem verstärkt die durch das Cocain auftretende Neigung zu Gewebsreizung (Juckreiz) und häufigem Kratzen die Gefahr von Abszessen. Den Stoff immer abzukochen und stets steriles Besteck zu gebrauchen verringert die Infektionsgefahr erheblich und sollte selbstverständlich sein.

Wirkung:

Für die Wirkung spielt die Einnahmeart des Stoffes eine wesentliche Rolle: Während geschlucktes Cocain zwar die längste Wirkdauer besitzt, dabei aber durch Zersetzungsprozesse ineffektiv eingesetzt ist, nimmt beim Schnupfen die Konzentration im Blutplasma ca. 20 min. lang zu und ist in geringem Ausmass noch ca. 3 std. später messbar. Euphorisierende Effekte halten bis zu eineinhalb Stunden an. Bei intravenöser Injektion und beim Rauchen wird die Substanz dagegen innerhalb einiger Minuten vollständig absorbiert, die erwünschte Wirkung hält allerdings auch nur sehr kurze Zeit an (i.d.R. einige Minuten).

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