Safer Use Regeln:

Ein risikofreier Gebrauch von Drogen ist niemals möglich. Wer auf den Konsum von LSD nicht verzichten möchte, sollte aber zumindest folgende Minimalregeln beachten:

  • Nehme niemals LSD, wenn Du seelisch oder körperlich schlecht drauf bist (ungünstiges Set).
  • Autofahrer, Schwangere und stillende Mütter sollten kein LSD einnehmen.
  • Während der LSD-Wirkung ist es wichtig, daß Du Dich in einer Dir angenehmen Atmosphäre aufhältst und zu den Dich umgebenden Menschen ein harmonisches Verhältnis hast (gutes setting).
  • Die Art der Wirkung und die Wirkdauer sind bei Halluzinogenen selbstverständlich auch von der Dosierung abhängig. Um Dich bei unbekannten Drogen (als unerfahrener User) vor bösen Überraschungen wenigstens in einem gewissen Maß zu schützen, nehme nicht mehr als einen Viertel Trip ein.
  • Wenn sich eine Stunde nach der LSD-Einnahme immer noch keine Wirkung einstellt, nicht gleich weitere Trips nachwerfen; bei vollem Magen etc. kann sich das Einsetzen der Wirkung bis zu zwei Stunden verzögern.
  • Der Mischkonsum mit anderen Drogen sollte nie ohne eingehende Erfahrungen mit den einzelnen Substanzen erfolgen.
  • Bei Panikanfällen/"Horrortrips" muß der Betroffene zunächst schnell in eine ruhige Umgebung (z.B. frische Luft) gebracht werden. Körperkontakt halten und versuchen durch gutes und gezieltes Zureden den "Gestrandeten" auf bessere Gedanken zu führen. Sollte auch dies nichts nützen, scheue Dich nicht, einen Arzt zu rufen und kläre ihn über den Drogenkonsum auf - denn nur ein Arzt darf ggf. entsprechende Medikamente (z.B. Valium, Neuroleptika) verabreichen. Der Arzt ist übrigens an seine Schweigepflicht gebunden.
  • Besonders beeindruckende Sequenzen solltest Du dann nüchtern vor Deinem Inneren Auge noch einmal ablaufen lassen. Mach Dir diese wieder bewußt, wenn Du im normalen Wachzustand ähnliche Situationen durchlebst.
  • LSD-Reisen sollten darum Ausnahmeerlebnisse bleiben. Laß Dir zur Erholung mindestens einen arbeitsfreien Tag Zeit.

Wirkung:

Damit ein Individuum in seiner Umwelt selbständig existieren kann, muß es sein eigenes Ich von seiner Umwelt und von den anderen Menschen klar abgrenzen können. Ferner muß die nahezu unendlich große Flut von optischen, akustischen und sonstigen Sinneseindrücken durch Vergleich mit unmittelbar zuvor aufgenommenen Reizen sowie mit den im Gedächtnis oder Unterbewußtsein abgelegten Informationen bewertet, interpretiert und auf ein zu verarbeitendes Maß gefiltert werden, bevor diese bewußt wahrgenommen werden können.

Dabei scheint dem im Zwischenhirn lokalisierten Thalamus, der Eingangspforte zur Großhirnrinde und damit zum Bewußtsein, die entscheidende Rolle zuzukommen: Die von den Augen, von den Ohren, der Nase oder der Haut über den Thalamus eingehenden sensorischen Informationen werden in der Großhirnrinde decodiert und über eine Rückkopplungsschleife zum Thalamus zurückprojiziert, um erneut in diese Schleife eingespeist zu werden (cortico-striato-thalamo-cortikales (CSTC) Schleifen-Modell). Dieser Mechanismus schützt das Großhirn vor externer Reizüberflutung, indem die zum Thalamus zurückprojizierten Informationen einen hemmenden Einfluß auf die neu eingehenden äußeren Sinnesreize ausüben (negativer Rückkopplungsmechanismus auf den thalamischen Filter).

Das CSTC-Schleifen-Modell geht davon aus, daß psychedelische Bewußtseinszustände auf einer veränderten Interpretation von inneren und äußeren Reizmustern beruhen. Es wird zunächst angenommen, daß LSD den körpereigenen Botenstoff Serotonin aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit imitiert. LSD führt dadurch zu einer Aktivierung bestimmter Serotonin-rezeptoren (vor allem dem 5-HT2A Subrezeptor) auf Nervenzellen des Thalamus, des Stirnhirns und des Streifenhügels (Striatums) *.

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*andere Wissenschaftler erklären die LSD-Wirkung durch eine Aktivitätshemmung der Raphe (Mittellinie) in der Brückenregion des Hirnstamms, ein Hauptzentrum der Serotoninaktivität im Gehirn.

Fortsetzung zu LSD: Seite 2