Die folgenden Anregungen sind als Denkanstöße gemeint − auch wenn manche Formeln etwas befehlsmäßig klingen könnten − es sind Ideen, die sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen haben. Vieles davon wißt ihr wahrscheinlich schon selbst, einiges könnte vielleicht zum Nachdenken anregen.
Daß die meisten ernsthaften Komplikationen mit Drogen im Partysetting auf Wassermangel und Überhitzung zurückzuführen sind, ist den meisten glücklicherweise schon hinlänglich bekannt. Sei dein eigener Doktor: verordne Dir Tanzpausen an der frischen Luft.
Ein halber Liter Wasser pro Stunde sollte Dein Richtwert sein (der sich schneller als man denkt an der Zimmerdecke wiederfindet).
Gegen Muskelkrämpfe (manchmal merkt man erst am nächsten Tag, was man so alles getan hat) helfen oft Elektrolytgetränke. Eigentlich immer eine gute Idee.
Auch sehr gut, und deshalb meistens Teil des eclipse − Programms, helfen natürlich Massagen, mit denen auch vielen anderen gesundheitlichen Problemen wie Kopf- oder anderen Schmerzen oft erstaunlich gut begegnet werden kann. Kieferkrämpfe liegen selten an der Drogenwirkung an sich, sondern können ein Zeichen sein, daß irgendein unbequemes Thema in Dir rumgeistert. Hör in dich hinein und schau mal, ob es nicht etwas gibt, was dich beschäftigt, oder etwas, das Du lieber sagen würdest, wenn Du den Mut finden könntest.
Ein wenig Essen (Essen − etwa jetzt?), leichte Sachen wie Obst oder am Ende eine Suppe (klingt vielleicht dann nicht so verlockend, aber probierts mal!) vermindert die Katerstimmung erheblich − erprobt und erwiesen.
Nimm Dir Zeit für Dich und Deine Freunde. Manchmal geht es ums reden, nicht ums tanzen.
Tanzpausen sind die eine Sache. Drogen- und Partypausen die andere. Die Welt hat einen Rhythmus, wo jeder mit muß. Wer extrem leistungssteigernde Drogen nimmt und starke Gefühlserfahrungen macht, der muß seinem System die Ruhe gönnen, sich zu erholen. Die Erfahrung einzubauen in Deine Persönlichkeit. Und das kann nicht nur von Montag bis Freitag auf der Arbeit geschehen.
Entspannung und Austausch mit guten Freunden sind hier der Schlüssel. Wer immer nur mehr erleben will erlebt bald sehr unangenehme Zustände dauerhafter Depression und Lustlosigkeit. Stell Dir einfach den ewigen Montagmorgen vor. Von den gesundheitlichen Gefahren wollen wir noch an anderer Stelle reden. Jede schöne Erfahrung geht irgendwann zu ende. Und das ist O.K. so. Zu jedem Aufstieg gehört der Abstieg, zu jeder Reise die Rückkehr. Wer das nicht akzeptiert, riskiert sich dauerhaften psychischen und körperlichen Schaden zuzuführen (s. den Abschnitt zu substanzspezifischen Gefahren).
Wie Du sicherlich selbst weißt, bringt es meist nicht so viel, durch Nachlegen oder andere Drogen diese Zeit der Rückkehr zu "entschärfen". Es bringt im Gegenteil die Gefahr mit sich, sich von Drogen abhängig zu machen mit allen äußerst unangenehmen Konsequenzen, die das hat. Es muß zwar nicht unbedingt auf den "unfotogenen Tod auf der Bahnhofstoilette" (W. Moers) hinauslaufen, aber es kann ein Leben ganz schön einseitig machen, immer hinter Erfahrungen herzulaufen, die man so nie wieder haben wird.
Je höher Du dosierst, und je öfter Du Drogen nimmst, desto höher ist die Gefahr, Dich dauerhaft zu beschädigen. Klingt logisch, ist auch so. Mehr zu wissenschaftlichen Erkenntnissen auf diesem Gebiet bei den substanzspezifischen Gefahren.
Drogen lösen keine Probleme, sie lenken höchstens davon ab (oder sie bringen sie gerade zum Vorschein, das kann auch manchmal sehr unangenehm sein). Über kurz oder lang kommt alles raus, was in Dir ist. Schönes und weniger schönes. Scheu Dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Du das Gefühl hast, das etwas schief läuft mit Dir und Deinen Erlebnissen. Viele Sachen kann man vielleicht nicht allein mit sich und seinen Freunden abmachen. Es ist völlig in Ordnung, mal jemand anderen zu fragen, der sich vielleicht professionell mit der Materie beschäftigt (Psychotherapeuten, Drogenberater). Du kannst jederzeit gehen, wenn es Dir nichts bringt, und vielleicht hilft es Dir mehr, als Du jetzt für möglich hältst. In Deinen sogenannten schlechten Abfahrten liegt unter Umständen der Schlüssel zu einem besseren Verständnis Deiner Selbst. Und das ist der Weg, der sich letztlich gut anfühlt.
Versuche immer, Dich gut zu informieren, was Du nimmst, und dosiere vorsichtig. Ohne Drugchecking ist es zur Zeit leider oft schwer, zu sagen, was eigentlich drin ist im Stoff, den Du einnimmst, und wieviel davon. Wir hoffen, diesen Mißstand bald beheben zu können (s. Drugchecking).
Klar ist auch, daß man sich auf eine Reise mit immer ungewissen Ausgang am besten mit Leuten begibt, denen man wirklich vertraut. Fast genauso wichtig natürlich auch, wo man diese Erfahrung macht. Such Dir Deine Parties gut aus, und entscheide Dich immer erst dann, Drogen zu nehmen, wenn Du Dir sicher bist, daß Du Dich dort wohl fühlst.
Wenn Du eine neue Droge probierst, die Du nicht kennst, mach Dich schlau darüber. Überraschungen sind schön und gut, aber willst Du Deinen Verstand und Deine Gesundheit auf eine Wundertüte setzen? Eine Party ist übrigens selten der beste Ort für eine neue Erfahrung, von der Du immer auch davon ausgehen mußt, daß sie äußerst merkwürdig sein, oder gar "Dein innerstes auf höchst unangenehme Art nach außen kehren" kann.
Es lohnt sich immer, den eigenen Drogenkonsum mal gründlich zu beobachten. Wie oft nimmst Du eigentlich Drogen? Jeden Monat? Jede Woche? Jeden Tag? Bestimmen Drogen Deinen Alltag? Was wäre, wenns morgen nix mehr gäbe? Stellst Du Dir manchmal die Frage, ob es wirklich sinnvoll und gut für Dich ist, jetzt Drogen zu nehmen?
Sieh Dich auch mal in Deinem Freundeskreis um! Oder beim feiern. Wenn Du dort Leute siehst, die offensichtlich Probleme haben, mußt Du vielleicht nicht teilnahmslos zusehen!
Dein Körper ist Dein Fahrzeug. Dein Geist die Brille, durch die Du die Welt siehst. Gehen sie kaputt, hast Du nicht mehr viel davon.