Dieser Artikel wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Tibor Harrach zur Verfügung gestellt
Die Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken sind wie bei allen potenten Wirkstoffen abhängig von der Dosis, der Dauer der Anwendung und der Verabreichungsform. Wir werden hier (etwas willkürlich) in zwei Bereiche unterteilen:
mögliche Nebenwirkungen:
Leichtes Zittern, Unruhe, Schlafstörungen, erweiterte Pupillen, leicht erhöhte Körpertemperatur, eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis
Amphetamin hat eine Halbwertszeit von 8-31 Stunden im Körper. Metamphetamin ist noch stärker und länger wirksam, so daß man den
Dosisbereich um einiges niedriger ansetzen muß (Einzeldosis 3-5 mg, Tageshöchstdosis 30 mg).
Die aufgeführten Wirkungen/Nebenwirkungen sind bei gesunden Menschen weitgehend vorübergehender Natur und klingen spätestens zwei
Wochen nach Absetzen der Amphetamine wieder ab.
Besonders riskante Konsumpraktiken sind die intravenöse Injektion (Speed fixen) oder das rauchen der freien Metamphetamin-Base
("Ice"). Dabei kann es sehr schnell zu einer akuten Vergiftung durch Überdosierung kommen.
Einer Umfrage von Bündnis90/Die Grünen zufolge ist Speed (im Gegensatz zu Kokain) eine mittelmäßig und bei hoher Dosierung eine schlechte "Sexdroge" : Der Wunsch nach Sex ist zwar Vorhanden, die (akive) Fähigkeit ist aber meistens eingeschränkt. (Wenn es trotzdem dazu kommt, soll es einfach "tierisch" sein und ziemlich lange dauern.)
Die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen sind z. T. sehr widersprüchlich. In einigen Tierversuchen wurden nach hochdosierter, chronischer (Meth)amphetamin-Verabreichung ein anhaltenden Mangel an dem Belohnungs-Botenstoff Dopamin im Gehirn festgestellt.
Dadurch könnte die natürliche belohnende Wirkung (Gefühl der Zufriedenheit) nach belohnenswerten Aktionen (z.B. Sozialverhalten, Sex) reduziert werden. An dieser Stelle muß die kritische Frage gestellt werden, was mit den Menschen passiert (ist), die in ihrer Kindheit längere Zeit mit Amphetaminen behandelt worden sind bzw. noch behandelt werden.
Da die Amphetamin-Wirkung hauptsächlich auf der Freisetzung der körpereigenen Bootenstoffe Dopamin und Noradrenalin beruht, und deren
Speicher nach mehrmaliger Anwendung bald geleert sind, kann man auch durch Dosiserhöhung die gewünschte (euphorisierende,
appetitzügelnde) Wirkung nicht mehr erreichen.
Die Toleranz ist nach ca. einer Woche Abstinenz wieder aufgehoben.
Amphetaminkonsum führt nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit: Trotz starker Toleranzentwicklung tritt kein typisches Entzugssyndrom auf. Nach Absetzen der Substanz(en) sind jedoch häufig einige der Wirkungen entgegengesetzten Symptome, wie extremes Schlafbedürfnis, starkes Hungergefühl, depressive Stimmung, Gereiztheit etc. vorhanden.
Amphetaminkonsum geht mit einem psychischen Abhängigkeitsrisiko einher. Der aus den Ergebnissen von Tierversuchen (Tiere neigen
unter bestimmten Bedingungen dazu Amphetamin und Kokain sich in immer höheren Dosen selbst zu verabreichen) hergeleitete
Abhängigkeits- und Verelendungs-Automatismus steht aber im klaren Widerspruch zu unseren Erfahrungen mit und in der Technoszene:
Weit über die Hälfte der Raver haben Speed-Erfahrung und einige entwickeln auch problematische Konsummuster wie (chronische)
Überdosierung und das Verschleppen des Amphetamin-Konsums in ihren Alltag. Die wenigsten Technofans geraten aber in einen
"Teufelskreis" aus amphetamininduzierten Rauschzustand → Depression und Toleranz → Amphetaminhunger und Dosissteigerung →
sozialer Rückzug und ein Zentrieren des Denkens auf die Beschaffung von Speed.